Über mich

Mein Name ist Annett Liskewitsch, 1976 in Rostock geboren und vor den Toren der Stadt aufgewachsen. Ich bin verheiratet, habe zwei Söhne (13 und 15 Jahre) und wohne seit 12 Jahren wieder in dem Ort, in dem ich meine Kindheit verbrachte. Ich habe fast zwei Jahre im Ausland gelebt, an der Universität Rostock studiert, nebenbei in der Tourismusbranche gearbeitet und viele Reisen unternommen. Als Projektleiterin  organisierte ich 16 Jahre lang Ausstellungen und Events  in Rostock. Ob Studentin, Mutter oder Berufstätige - ich führte und führe jede meiner Tätigkeiten sowie Rollen mit Herz und Hingabe aus.  

Der Wink mit dem Zaunpfahl oder ein Warnschuss?

Im Frühjahr 2018 zog ich mir einen Kapselriss im rechten Knöchel zu. Dieser legte mich im wahrsten Sinne des Wortes für einige Wochen lahm. Hinzu kam, dass ich ziemlich ausgepowert und unzufrieden mit meiner beruflichen Situation war. Meine Ärztin sagte: "Ihr Körper gibt Ihnen ein Zeichen. Gehen Sie langsamer und bewusster durchs Leben und überdenken Sie die nächsten Schritte." Das war der Startschuss für eine sehr aufregende Zeit. Nach reichlicher Überlegung kündigte ich meine Anstellung als Projektleiterin bei der Messe. Zum Knöchel, der einfach nicht heilen wollte, kamen Schmerzen in Schulter und Arm. Ich war gereizt, antriebslos und oft den Tränen nah. Mein Leben auf der Überholspur hatte mich eingeholt: Der Tank war leer, der Motor schwach und die Karosserie beschädigt.

Haltet die Welt an. Ich steige aus.

Dieser Spruch hing schon lange an meinem Computer. Plötzlich hatte ich keine Wahl. Ich musste einen Stopp einlegen, ansonsten wäre die Notbremsung einige Zeit später schlimmer ausgegangen.  Während eines Reha-Aufenthaltes lernte ich Entspannungsmethoden kennen, probierte diverse Sportarten aus und überwand  Grenzen. Was mich jedoch nachhaltig und mehr als alles andere mental und körperlich bewegte, veränderte und zur Genesung beigetragen hat, war das tägliche Spazierengehen und Nordic Walking. Ich wurde umgeleitet: von der Überholspur auf der lauten Schnellstraße hin zu kleinen stillen Fußwegen durch Wald und Wiesen.  

Die Natur ist die beste Apotheke

Mein Körper entspannte sich.  Die Bewegungen wurden fließender. Ich kam in den sogenannten „Flow“. Nacken und Schulter, die Bereiche, in denen die meisten von uns große Probleme haben, lockerten sich. Das geht beim Nordic Walking noch etwas besser, da man mit den Stöcken die Arme aus den Schultern heraus schwingt. „Wer sich bewegt, entspannt das Hirn“, so der Titel eines Artikels in der Zeitschrift Fokus (Ausgabe 03/19) mit dem Leitthema „Ein Jahr ohne Stress“. Diese These kann ich nur bestätigen. Körper und Seele bilden eine Einheit. Der Idealzustand ist eine ausgeglichene Balance zwischen beiden. Beim Gehen kommt man diesem stetig näher. 

Gehen verändert den Blick auf die Welt und auf sich selbst

Es ist bewiesen, dass Gehen eine therapeutische Wirkung hat. Es ist stimulierend, heilend und manchmal auch spirituell. Gehen wird oft gleichgesetzt mit Glückssuche, Selbstfindung oder mit dem Aufbruch zu neuen Lebensabschnitten. Alle großen Abenteuer beginnen mit einem Schritt vor die Haustür. Gehen, um über sich hinaus zu wachsen. Unterwegs wird man zugänglich für die eigene Stimme. Gerüche und Gefühle führen zu Erinnerungen, Assoziationen und Tagträumen, die sich wiederum positiv auf unser Zukunftsdenken auswirken. Der unangestrengte gleichmäßige Rhythmus des Gehens, der sehr selten zur Überlastung führt, begünstigt die Abfolge von Einfällen.